Startseite

Evangelische
Johannisgemeinde
Mannheim-Lindenhof

FSJ

Wir haben Leyla Djemai aus dem FSJ an Johannis verabschiedet. Hier blickt sie auf ihren Freiwilligendienst zurück:

Ich schaue einem Abschied entgegen und dem Ende einer wundervollen Zeit. Ich hatte das Privileg mein FSJ in einer Gemeinde zu machen, in der ich stolz als kleines Mädchen schon im Kinderchor gesungen habe und später mit 18 die Entscheidung getroffen habe mich taufen zu lassen. Es war aufregend hinter die Fassaden zu gucken... Zu sehen, wie viel Liebe und Zeit Susanne in jeden Gottesdienst und jedes Trauergespräch steckt. Mit Michael rumzualbern und Laub von den Kirchendächern zu blasen. Mit Claudi zu singen und jeden Morgen ein Lächeln von Frau Karalus zu bekommen. Oder natürlich Stephan beim Livestream zu ärgern.
Ich hab dort eine kleine Familie für die Zeit gehabt. Ein Ort an dem ich gerne arbeiten gegangen bin und den ich jetzt sehr vermissen werde.

Ich meine: Was sind Mittwoche ohne die Konfis? Oder Donnerstage ohne das Gebrüll meiner kleinen Tiger in der Kita Abenteuerland?

Aber letztendlich war einer der schönsten Aspekte, dass ich die Möglichkeit hatte auch außerhalb unsere Gemeinde zu helfen. Ich konnte lernen, was Diakonie bedeutet, dass die "blöden Kirchensteuern" auch für wirklich schöne und nützliche Projekte eingesetzt werden und Menschen eine Möglichkeit bieten, denen es nicht so gut geht wie mir.

Das MAZ-Café (Mannheimer Arbeitslosenzentrum): schon mal davon gehört? Ich habe dort immer Freitags mit Erik und Ralf meine Kochkünste zum Besten gegeben und Menschen mit einer geringen Rente, ohne Einkommen oder anderen finaziellen Schwierigkeiten die Chance auf eine warme Mahlzeit für wenig Geld gegeben.

Und was mir bewusst wurde, ich habe da nicht den Menschen geholfen, sondern sie mir! Ich habe so viel gelernt von jemanden, der auf der Straße lebt. Jemandem, der alles verloren hat und seit Jahren mit Depressionen kämpft. Oder ich habe gelernt wie eine Frau lieben und teilen kann, die selbst kaum was hat.

Ich wurde von dem Team in der Luther-Gemeinde (dort ist das MAZ) unglaublich herzlich aufgenommen.

Diese Erfahrung durfte ich auch in meinem Monat in der Vesperkirche machen. Januar, eisig kalt, Corona-Lockdown und Mannheim eh schon in einem absoluten Ausnahmezustand. Zwei Pfarrerinnen der Konkordienkirche Mannheim, die trotzdem dafür kämpfen, dass die Vesperkirche unter Coronabedingungen stattfinden kann.  Mir hat es viel bedeutet diesen Menschen wenigstens für den Moment das Gefühl geben zu können Teil von einer Gemeinschaft zu sein. 
Es war auch schön zu sehen, als wir unsere Sonntagseinladung in der Johannis-Gemeinde gefeiert haben (mit super fleißigen Helfer*innen), dass ich viele Gesichter schon aus der Vesperkirche und der Luthergemeinde kannte. 

Ich habe Freunde gefunden, eine Gemeinde gewonnen, zu meinem Glauben zurückgefunden und wundervollen Menschen begegnen dürfen.

Ich durfte selbst an mir wachsen und wurde von allen in der Gemeinde angesehen und wertgeschätzt.

Ich hatte eine so schöne Zeit, dass der Abschied weh tut und ich denke: Das sagt schon alles.

Leyla Djemai

Mehr zum FSJ:

https://www.fsj-baden-wuerttemberg.de/traeger/diakonisches-werk-der-evangelischen-landeskirche-baden-ev